Was gibt es Neues zu medi for help? Eine ganze Menge! Unser Hilfsprojekt geht aktiv an die Öffentlichkeit, denn inzwischen hat medi for help – nicht zuletzt dank der tatkräftigen Unterstützung des gesamten Projektteams – Form angenommen. Das Ziel? Spendengelder zu generieren, denn nur mit der Unterstützung Dritter kann medi for help auch in Zukunft Hilfsmittel nach Haiti senden und dort aktive Hilfe zur Selbsthilfe leisten.
Aber noch einmal von vorn. Seit dem Erdbeben im Januar 2010 wurden bis heute über 1.000 Haitianer mit Beinprothesen versorgt. Eine starke Leistung, aber kein Anlass für Verschnaufpausen. Denn was viele nicht wissen: die Amputationen resultieren gar nicht ausschließlich aus dem Erdbeben. Haiti ist inzwischen das ärmste Land der westlichen Hemisphäre und hat dementsprechend viele „Baustellen“ zu stemmen. Darunter zum Beispiel auch eine sehr schwache verkehrstechnische Infrastruktur, die regelmäßig zu schweren Unfällen führt. Auch das ist eine Ursache dafür, dass viele Haitianer – darunter unzählige Kinder – an Armen oder Beinen amputiert werden müssen. Der Bedarf nach prothetischer Versorgung bleibt also unabhängig von Naturkatastrophen dauerhaft akut. Ein Grund mehr für medi for help, langfristig zu helfen.
War es ursprünglich geplant, die Prothesenwerkstatt in Deschapelles in die Hände eines Krankenhauses zu geben, sobald alle Abläufe reibungslos funktionieren, ist dies jetzt gar nicht mehr denkbar. Inzwischen ist es in Haiti nämlich so, dass seit dem Erdbeben die Cholera in regelmäßigen Abständen wieder ausbricht. Das bedeutet natürlich enorme Kosten für das haitianische Gesundheitssystem, so dass auch die Kliniken an ihre Grenzen stoßen. Die Werkstatt muss sich deshalb auch in Zukunft eigenständig finanzieren, d.h. die Generierung von Spendengeldern ist unerlässlich.
Die erste Plattform zur Bekanntmachung unserer Initiative bot eine Pressekonferenz zur Medica PreView 2011 in Hamburg. Die Medica PreView ist eine Veranstaltung vor der Gesundheitsmesse Medica in Düsseldorf und dient als Vorinformation für Journalisten. Unternehmen haben hier die Chance, Neuheiten in einem kleinen und exklusiven Kreis vorzustellen und profitieren von der hohen Aufmerksamkeit der Presse vor Ort.
medi for help nutzte die Gelegenheit, das Projekt erstmals offiziell zu präsentieren. Eine Vielzahl an Veröffentlichungen in der Fachpresse und eine mehr als positive Resonanz auf unser Projekt waren die Folge.
Wie sicher schon bekannt ist, schickt medi for help regelmäßig Freiwillige, sog. Volontäre (Orthopädietechniker), nach Haiti, um dort Prothesen zu fertigen und anzupassen, um den Menschen bei ihren ersten Gehversuchen zu helfen und vor allem, um das Personal der Werkstatt vor Ort zu schulen und auszubilden. Es ist eine unglaubliche Leistung aller Beteiligten, die viele Volontäre auch in Online-Tagebüchern festhalten. „Es ist sehr erfreulich, wenn wir sehen, dass Menschen ihre ersten Gehversuche machen und statt anfänglicher Unsicherheit plötzlich einfach nur noch Glück und Stolz ausstrahlen. Vor allem bei Kindern ist es ein unglaubliches Erlebnis und nach zwei Wochen nimmt man Abschied mit dem Gefühl, etwas bewirkt zu haben“, erklärte R. Sommermann nach seiner Rückkehr.
medi lädt regelmäßig Volontäre nach ihrer Rückkehr aus Haiti nach Bayreuth ein, um sich zu bedanken. Bereits im Juli, wie auch im Oktober 2011 empfingen wir insgesamt 8 freiwillige Helfer und ehrten sie für ihren Einsatz mit einer Dankesurkunde.
Bereits seit September dieses letzten Jahres gibt es außerdem diesen lebendigen Online-Blog, der neben zahlreichen Informationen zu Haiti und unserem Projekt vor allem auch die Erfahrungsberichte der Volontäre sammelt, um Interessierte über die Erlebnisse zu informieren.
Die Hilfe geht also weiter. Aber wie genau? Es wird auch dieses Jahr so funktionieren, dass medi for help Produkte nach Haiti sendet und Volontäre – sowohl aus Deutschland als auch aus dem Ausland – rekrutiert, um vor Ort zu helfen. Für 2012 sind erstmals Orthesen geplant, d.h. die Hilfsmittelversorgung wird über Prothesenpassteile hinausgehen.
Bis ca. 2014 soll die Werkstatt in Haiti dann schon sehr stark eigenständig agieren, so dass wir zwar noch Produkte bereitstellen werden, sich das ausgebildete Personal jedoch um alles weitere kümmern wird. Die Suche nach einem fest angestellten Werkstattleiter, der dauerhaft in Haiti arbeiten wird, läuft derzeit auf Hochtouren.
In diesem Sinne, merci Haiti für das wundervolle Lächeln, das wir zum Dank für unsere Hilfe immer wieder erhalten. Wir hören nicht auf!
