
medi for help in Nicaragua: „Wir erleben Hilfe, die sofort greifbar ist und wirklich etwas verändert!“
19 Volunteers, über 500 Patient:innen, viele bewegende Momente: medianer David Reich berichtet über seinen Einsatz in Nicaragua – als Teil des medi for help-Teams gemeinsam mit Christopher Miles von medi USA, das 2026 wieder in die Fara Clinic in Matagalpa reiste.

Für medi for help war medianer David Reich bereits zum zweiten Mal in Folge in Nicaragua aktiv, um dort bei der Behandlung hilfsbedürftiger Menschen zu unterstützen und die Patient:innen mit medizinischen Hilfsmitteln von medi zu versorgen.
medi for help: David, wie war der medi for help Einsatz?
David Reich: „Intensiv – in jeder Hinsicht. Wir sind in Managua gelandet und ins drei Stunden entfernte Matagalpa gefahren, eine Stadt in den Bergen mit 120.000 Einwohner:innen. Zusammen mit Christopher Miles von medi USA und 17 weiteren Volunteers der Fara Foundation aus Kanada und den USA – Ärzt:innen, Krankenschwestern, eine Physiotherapeutin und Wundtherapeutinnen – versorgten wir täglich rund 120 Patient:innen. Dafür hatten viele von ihnen lange Anfahrtswege und Wartezeiten von sechs bis acht Stunden in Kauf genommen.“
medi for help: Wer kommt zu euch – und mit welchen Beschwerden
David Reich: „Vor allem Menschen mit venösen Erkrankungen, also Krampfadern bis hin zum offenen Bein (Ulcus Cruris). Viele leiden seit über zehn Jahren an den offenen Wunden – ohne angemessene Behandlung. Die minimalinvasiven Eingriffe sowie anschließende medizinische Kompression bringen ihnen Besserung. Wir haben einige der Patient:innen aus dem Vorjahr wiedergesehen – mit ausgeheilten Wunden. Das zeigt: Unsere Hilfe kommt an und gibt wieder Lebensqualität! Weiter behandelten wir vereinzelt Patient:innen mit Lymphödemen und Kinder mit Bewegungseinschränkungen durch Spina Bifida (Offener Rücken) oder Cerebralparese (frühkindliche Hirnschädigung durch Sauerstoffmangel / Infektion).“
medi for help: Welche medi Produkte kommen zum Einsatz?
David Reich: „Wir arbeiten mit mediven Kompressionsstrümpfen, der adaptiven Kompression circaid juxtafit und den medi Butler Anziehhilfen – ohne sie wäre es bei 600 anzulegenden medizinischen Kompressionsstrümpfen nicht zu schaffen. Die Fara Clinic erhält auch einen Vorrat an medizinischen Kompressionsstrümpfen, damit die Versorgung nach unserer Abreise weitergeht. Lymphpatient:innen können wir nur eingeschränkt helfen, sie brauchen eine enge Betreuung in der Entstauungsphase. Wir passen ihnen circaid juxtafit individuell an. Patient:innen mit Rückenproblemen versorgten wir mit unseren Lumbalorthesen von medi.“
medi for help: Was macht die Fara Clinic so besonders?
David Reich: „Die Klinik lebt durch das Engagement zweier außergewöhnlicher Frauen: Marcela Cisne-Zadik und Maria Faharani. Die Schwestern erlebten vor 40 Jahren politische Repressionen in Nicaragua und flohen in die USA. Vor 20 Jahren kehrten sie zurück, bauten eine Kaffeeplantage auf und haben aus dem Wunsch heraus, etwas zurückzugeben, die Klinik ins Leben gerufen. Unter der Leitung von Marcela praktizieren dort eine Allgemeinmedizinerin, eine Zahnärztin und eine Wundtherapeutin, die wir selbst ausgebildet haben. International unterstützen nur medi for help sowie die Fara Foundation die Klinik (eine Non-Profit-Organisation mit Sitz in Texas, USA) – viele Hilfsorganisationen haben sich aus Nicaragua zurückgezogen. Das macht unsere Arbeit noch unverzichtbarer!“
medi for help: Welcher Moment ist dir besonders in Erinnerung geblieben?
David Reich: „Besonders berührte es mich, als eine Mutter ihr gelähmtes Kind in die Klinik brachte. Sie trägt es seit Jahren, weil die Wege durch Schlaglöcher etc. mit Rollstühlen nicht befahrbar sind. Dadurch hatte sie selbst Rückenprobleme. Als ich ihr eine Lumbamed Rückenorthese anlegte und die Schmerzen nachließen, standen ihr vor Freude Tränen in den Augen. Solche Momente vergisst man nicht.“
medi for help: Was nimmst du selbst mit nach Hause?
David Reich: „medi for help Projekte sind weltweit wichtig, wo Länder medizinische Unterstützung brauchen. Für die nachhaltige Hilfe braucht es verlässliche Partner im Land – wie die Fara Clinic in Nicaragua. Dort schulen wir die Mitarbeiter:innen vor Ort, sie führen genauestens Buch über die Patient:innen und die Therapie. Mit der Fara Clinic können wir wirksame Hilfe dauerhaft sicherstellen! Wir kehren heim mit dem Gefühl, dass diese Woche uns mehr gegeben hat, als wir gegeben haben. Wir erleben dort Teamwork, echte Menschlichkeit, Hilfe, die sofort greifbar ist und wirklich etwas verändert. Dies im Namen von medi for help zu tun, erfüllt uns mit Stolz!“
Zweckbestimmung:
circaid® juxtafit®: Die Kompressionsversorgung dient bei Patienten mit Venen- und Lympherkrankungen zur Kompression des betroffenen Körperteils.



