medi for help besucht das IAD – Hilfe für Menschen mit lymphatischen Erkrankungen in Indien

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Daniela Weihermüller von medi for help besucht das Institute of Applied Dermatology (IAD) im Juli 2023, um sich über die Lage vor Ort zu informieren. Das indische Institut widmet sich der kostenlosen Behandlung von besonders schweren Fällen lymphatischer Erkrankungen. medi for help unterstützt das IAD seit 2021 nach dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“.

Die Klinik in Kasaragod an der Südwestküste von Indien ist auf die Behandlung von Patient:innen mit Lymphödem und lymphatischer Filariose spezialisiert.1 Sie entsteht durch parasitäre Fadenwürmer („Filarien“), die das Lymphgefäßsystem und Bindegewebe befallen. Obwohl weltweit circa 120 Millionen Menschen von einer lymphatischen Filariose betroffen sind, zählt sie zu den vernachlässigten tropischen Krankheiten. Dabei ist sie eine der fünf größten „Neglected Tropical Diseases“, die etwa 90 Prozent dieser Erkrankungen ausmachen.2

Männlicher Patient mit starkem Lymphödem und lymphatischer Filariose am Bein sitzt auf einem Behandlungstisch.

Bei der lymphatischen Filariose handelt es sich um eine armutsassoziierte Krankheit: Schwere Krankheitsfälle treten besonders in den ärmeren Gebieten Nordindiens auf – für das medizinische Personal in diesen Regionen kaum zu meistern. Das Institut ist daher für viele Menschen die letzte Chance auf Besserung.

„Mittellose Patient:innen können sich im Institut kostenlos behandeln lassen – dafür ist die Klinik dringend auf Geld- und Sachspenden angewiesen. Nur durch die Unterstützung von medi for help war es überhaupt möglich, während der Corona-Krise die hoch qualifizierten Mitarbeiter:innen zu halten und die Klinik weiterzuführen“, erklärt Carsten Stauf von medi for help. Hohe Materialkosten sind für das IAD nach wie vor eine große Herausforderung.

Integrative Medizin: Fortschrittliche Ansätze am IAD

Das IAD hat sich auf schwer zu behandelnde Hautkrankheiten und lymphatische Erkrankungen spezialisiert. Dr. S. R. Narahari ist Vorsitzender und Direktor am IAD sowie einer der weltweit führenden Lymphödem-Experten. Seine Forschung auf dem Gebiet der Lymphologie gilt durch die Verbindung von Ayurveda- und Yoga-Therapeutika mit Biomedizin als Pionierarbeit der integrativen Medizin. Vor Kurzem wurde er zudem zum Traditional Medicine Global Summit der World Health Organisation (WHO) eingeladen, um über das Thema „integrative Medizin als öffentliche Gesundheitsmaßnahme bei Lymphödemen aufgrund von Filarien“ zu referieren.

Die Fachkräfte am Institut setzen diesen ganzheitlichen Therapieansatz um: Sie kombinieren (integrieren) die traditionelle indische Medizin, wie Ayurveda und Yoga, mit Ernährung und moderner Medizin. Ziel ist es auch, das Bewusstsein für Gesundheit in der lokalen Gemeinschaft zu erhöhen. Bei der Selbstbehandlung von Patient:innen mit Lymphödemen und chronischen Wunden zu Hause werden zusätzlich Familienangehörige durch das Team am IAD geschult – unter Verwendung kostengünstiger und vor Ort verfügbarer Materialien. Das Institut arbeitet in einem ressourcenarmen Umfeld, isoliert von der akademischen Welt und umfangreichen modernen medizinischen Einrichtungen. Vom gegenseitigen Austausch profitieren das Institut und medi gleichermaßen.

Hilfe durch circaid Kompressionssysteme von medi

medi for help unterstützt das IAD seit Beginn der Zusammenarbeit zielführend mit medizinischen adaptiven Kompressionssystemen (MAK) wie dem circaid reduction kit und circaid juxtafit. Die MAK von medi haben den Vorteil, dass sich der Kompressionsdruck gezielt einstellen, kontrollieren und jederzeit nachjustieren lässt. So kann einer Vielzahl von Menschen mit unterschiedlich ausgeprägten Lymphödemen effektiv geholfen werden. Die leicht zu handhabenden circaid Produkte ermöglichen Patient:innen zudem das selbstständige An- und Ausziehen der Kompressionssysteme im Alltag.

Bei ihrem Besuch in Kasaragod überreichte Daniela Weihermüller weitere circaid Systeme an Dr. S. R. Narahari und informierte sich über die praktizierten Therapiemöglichkeiten.

Helferinnen sitzen zusammen und üben das selbstständige An- und Ausziehen der circaid Kompressionssysteme.

Vor Ort konnte sie sich ein Bild machen, wie medi for help mit der Expertise „Kompression“ sowie den circaid Produkten bei der Entstauungs- und Erhaltungstherapie unterstützen kann:

„Wir hatten unter anderem Gelegenheit, mit einer Patientin zu sprechen, die bereits circaid verwendet. Nach Ihrer Behandlung im IAD zeigte sie uns, wie einfach sie ihr Kompressionssystem selbst anlegen kann. Diese Eigenständigkeit im Alltag war ihr besonders wichtig.

Ein Mann mit stark ausgeprägtem Ödem am Bein wird von zwei Helfern behandelt.

Ein weiterer Patient nahm eine dreitägige Reise auf sich, um sich nach zwölf Jahren mit Ödem im IAD behandeln zu lassen. Sein stark ausgeprägtes Ödem hat das Team des Instituts erst mit Bandagen versorgt und im zweiten Schritt mit circaid Systemen therapiert.“
Der Mann arbeitet als Sicherheitsbeamter in einer Schule – dort wurde Geld für ihn gesammelt, damit er die Reise antreten konnte.

„Es war sehr berührend zu erfahren, wie lebensverändernd der Besuch und die kostenlose Behandlung im IAD für die Menschen ist. Das Institut widmet sich Patient:innen mit ganzem Herzen – hier kommt unsere Hilfe wirklich umfassend an!“, betont Daniela Weihermüller. Durch die Förderung von medi for help kann weiteren Betroffenen dort nachhaltig geholfen werden.

Quellen:
1 https://iad.org.in/
2 https://dntds.de/was-sind-ntds.html (Letzter Zugriff: 12.09.2023)